Der DLF macht daraus:Longitudinal neurocognitive trajectories in a large cohort of youth who use cannabis: combining self-report and toxicology
Cannabis hemmt die Entwicklung des Gehirns bei Jugendlichen
Mit Verlaub: das steht so nicht in der Studie drin. Statt dessen arbeitet die Studie sauber heraus, dass das Henne/Ei-Problem nach wie vor ungelöst ist:Viele Neurologen und Psychologen warnen seit Langem vor den Gefahren des Cannabis-Konsums bei Jugendlichen. Jetzt hat eine Langzeitstudie in den USA die Befürchtungen bestätigt.
Interessant ist hier der "potenzielle neurokognitive Vorteil" der Konsumierenden. Da andere Studien belegen, dass intelligente Menschen eher zu psychischen Erkrankungen neigen, könnte das ein Hinweis auf Selbstmedikation sein.In der vorliegenden Studie wiesen Cannabiskonsumenten in jüngeren Jahren einen potenziellen neurokognitiven Vorteil auf, dessen positiver Anstieg im Laufe der Zeit jedoch abnahm. Während sich beide Gruppen bei den meisten Aufgaben erwartungsgemäß im Laufe der Zeit verbesserten, war die Verbesserung bei denjenigen, die Cannabis konsumierten, nicht im gleichen Maße zu beobachten. Möglicherweise induziert Cannabis selbst Neurotoxizität, die wiederum die kognitive Entwicklung beeinträchtigt, oder es besteht eine gemeinsame Vulnerabilität, die sowohl den Cannabiskonsum als auch die mit der Zeit abnehmenden kognitiven Fortschritte erklärt.
Die größte Schwachstelle der Studie ist der sehr kleine Abstinenz-Zeitraum von nur 24 Stunden vor den Testungen. Damit kann man lediglich eine akute Rauschwirkung ausschließen. Zu einer Reversibilität der gemessen "Leistungsfähigkeit" nach längerer Abstinenz kann die Studie somit gar nichts aussagen.