Cannabis und Depressionen

Wo kann Cannabis als Medizin helfen, welche Erfahrungen wurde mit spezifischen Medikamenten gemacht?
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overturn
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Re: Cannabis und Depressionen

Beitrag von overturn »

Zelters Gedankengänge sind sicherlich nicht falsch, spiegeln meines Erachtens zuweilen aber eher eine Überinterpretation selektiver (und ausstehender) Forschungsergebnisse wider. So heißt es z.B. auch:
Außerdem sollte man bedenken, dass die derzeitige Konzentration in der Forschung andere Signalwege als die Cannabinoid Rezeptoren aufgreift, vor allem den überaktiven NMDA-Rezeptor Weg, der wiederum vom Medikament (und Droge) Ketamin unterdrückt wird, welches im Gegensatz zu Cannabis bereits mehrere klinische Studien hinter sich hat und seine Wirksamkeit deutlicher bewiesen hat.
Den Beobachtungen möchte auch ich so nicht zustimmen. Vielmehr tendiert man meinem persönlichen Eindruck nach vermehrt zu "holistischen" Modellen und berücksichtigt die komplexen Wechselwirkungen verschiedener Systeme, Neurotransmitter und Botenstoffe (NMDA, GABA, etc.). Und auch dem Endocannabinoid-System und den Liganden wird hierbei eine tragende Rolle beigemessen (vgl. Smaga et al. 2014: The Endocannabinoid/Endovanilloid System and Depression). Es finden sich Forscher, die z.Z. einen derartigen Weg verfolgen bei MAPS.

Beste Grüße!
"Never doubt that a small group of thoughtful, committed citizens can change the world. Indeed, it is the only thing that ever has."
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Patrick
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Re: Cannabis und Depressionen

Beitrag von Patrick »

Mein nicht Wissentschaftlicher Beitrag zu diesem Thema!
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Durch eine Trennung (20 Jahre Beziehung mit Wunschkind) geriet ich in eine emotionale Verfassung welche mir nicht mehr erlaubte klar zu denken!

Ununterbrochen hatte ich Suizidgedanken und Heulkrämpfe, ohne Cannabis würde ich dies wohl nicht mehr schreiben können!

Für mich ist Cannabis ein Therapeutikum vor allem auch was Depressionen angeht, kaum habe ich Cannabis geraucht (pur) hatte ich für die Zeit der Wirkung zumindest eine erhebliche Erleichterung und auch dannach konnte ich einige Stunden ohne Gedankenstrudel und Heulkrämpfe aushalten!

Von Experimenten ala nur CBD oder dergleiche halte ich in diesem Fall überhaupt nichts, Cannabis wirkt schnell und zuverlässig ohne große Nebenwirkungen!


Dies hat mir die Kraft gegeben die schlimmste Phase zu überstehen aus der ich herausgekommen bin und im Anschluss mein komplettes Konsumverhalten ohne Probleme ändern konnte!

Ich bin Heilfroh mich nicht der Psychotherapie und all Ihren Experimenten ausgeliefert zu haben!

Wäre ich in der Zeit mit dem Gesetz in Konflikt geraten ich wäre Amok gelaufen denn ich hatte nichts mehr zu verlieren, hab ich zwar im Moment immer noch nicht allerdings ist meine Verfassung um Welten besser als zu dieser Zeit! Heute würde ich im Fall der Fälle alle Hebel in Bewegung setzen und auch die Presse bemühen um den Umstand der Strafverfolgung eines Menschen der nur Leben will in die Öffentlichkeit zu tragen und die Verantwortlichen an den Pranger zu stellen!

Das zu meiner Erfahrung im Kontext Cannabis und Depression, habe schon wieder n paar Tage nichts konsumiert und mir geht es relativ gut leider gerate ich trotzdem hin und wieder mal in ein Tief aber ich weiss ja was mir dann zuverlässig Hilft!

Ob es anderen Menschen genauso helfen kann wie mir? Ja ich kann es mir gut vorstellen, aber sicher gibt es auch Menschen die auf Cannabis nicht positiv reagieren, diese können dann sicher auch von Psychopharmaka oder einer Therapie profitieren.


Euch alles Gute und ich wünsche das es keinen von euch Erwischt, Depression ist eine verdammt beschissene Angelegenheit!

LG
Patrick
... Vorsicht frisch gewischt ! ...
Zelter
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Re: Cannabis und Depressionen

Beitrag von Zelter »

overturn hat geschrieben:Hey, Zelter!

Meinem Verständnis zufolge steht es außer Frage, ob Cannabis eine "anti-depressive" Wirkung entfalten kann (s. auch El-Alfy et al. 2010: Antidepressant-like effect of Δ 9-tetrahydrocannabinol and other cannabinoids isolated from Cannabis sativa L.). Inwieweit eine mögliche "Selbstmedikation" zielführend ausfällt, steht auf einem anderen Blatt.
Hey. Ich muss ehrlich sagen ich messe Tiermodellen nicht so eine große Bedeutung bei, weil wir alle wissen wie vielversprechende Wirkstoffe sich dann in der klinischen Forschung verhalten.

Daher meinte ich ja dass bei Ketamin (NMDA-R) und Psilocybin (5-HT2) zumindest klinische Studien vorhanden sind, bzw. bei dem ersteren sogar eine Meta-Analyse. Ein Studie im Tiermodel ist dagegen etwas überbewertet.

Klar sollte man Depressionen nicht auf einige wenige Neurotransmitter oder nur auf die Biochemie und Neurologie beschränken, da spielen so viele FAktoren hinein, dass eine Trennung schwer ist und eine Therapie wahrscheinlich eine Kombination aus mehreren Behandlungsaspekten darstellen muss.
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overturn
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Re: Cannabis und Depressionen

Beitrag von overturn »

Hey, Zelter!

Ich hoffe, ich hab mich nicht zu forsch ausgedrückt. Widersprechen wollte ich dir - im Kern - keineswegs.

Zelter hat geschrieben: Ich muss ehrlich sagen ich messe Tiermodellen nicht so eine große Bedeutung bei, weil wir alle wissen wie vielversprechende Wirkstoffe sich dann in der klinischen Forschung verhalten.

Daher meinte ich ja dass bei Ketamin (NMDA-R) und Psilocybin (5-HT2) zumindest klinische Studien vorhanden sind, bzw. bei dem ersteren sogar eine Meta-Analyse. Ein Studie im Tiermodel ist dagegen etwas überbewertet.
Dem kann ich natürlich nur beipflichten - und es war eher beispielhaft gemeint. Tatsächlich bestätigt sich eine "stimmungsaufhellende" und "antidepressive" Wirkung aber auch in klinischen Studien mit Menschen (vgl. Ashton et al. 1981: The seed and the soil: effect of dosage, personality and starting state on the response to delta 9 tetrahydrocannabinol in man).

Richtig ist aber, dass keinerlei "direktere" oder adäquate Studien existieren. Im Prinzip wollte ich es nur betont wissen, dass Cannabis - wenn auch stiefmütterlich behandelt - eine weitere mögliche und vielversprechende Option darstellt*. Größere "Revolutionen" im Bereich der Psychopharmaka liegen Jahrzehnte zurück, sind zukünftig nicht wirklich abzusehen und zugleich bleiben die heutigen Medikationen in vielen Fällen unzureichend. Meines Erachtens ist es auch daher angebracht, sich letztlich nicht auf einzelne und wenige Monopräparate zu beschränken.


Beste Grüße!

-

* sicherlich mit Einschränkungen, bspw. Dosierung, klinische Subgruppe(n), etc.
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Doc_A
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Re: Cannabis und Depressionen

Beitrag von Doc_A »

overturn hat geschrieben: ... Im Prinzip wollte ich es nur betont wissen, dass Cannabis - wenn auch stiefmütterlich behandelt - eine weitere mögliche und vielversprechende Option darstellt*. ... Meines Erachtens ist es auch daher angebracht, sich letztlich nicht auf einzelne und wenige Monopräparate zu beschränken.
Sorry, daß ich hier leicht offtopic dazwischenquatsche, aber das "zitierte" Problem findet man auch bei weiteren Anwendungsmöglichkeiten wie Krebserkrankungen und Schmerzbehandlung.

Cannabis ist für die einen Wundermittel und für andere wirkungslos. Es gibt bestimmt Fälle, in denen Cannabis Krebs geheilt hat oder Schmerzen vollständig beseitigt hat. Genauso gibt es Fälle, in denen Cannabis schlicht unwirksam war. Desweiteren gibt es Fälle, in denen Krebs mit Kombinationen von verschiedenen Methoden (incl. Cannabis) geheilt wurde oder bei der Schmerzbehandlung eine Kombination von Cannabis mit Opioiden zu einer Reduzierung der benötigten Mengen geführt hat. Es gibt über acht Milliarden (biochemisch) unterschiedliche menschliche Individuen, es gibt verschiedenste Krebsarten, Schmerzsyndrome, Cannabis-Wirkstoffprofile etc.

Dieses fast schon extremistisch anmutende Schwarz-Weiß-Denken ist stumpfsinnig.

Die Antwort auf die ursprüngliche Threadfrage würde ich den Medizinern überlassen wollen, die, hoffentlich baldigst und intensivst, mit der klinischen Forschung beginnen.
:shock:
MontyP67
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Re: Cannabis und Depressionen

Beitrag von MontyP67 »

Ich leide seit 4 Jahren an einem schweren Burnout. Bin auch bereits deswegen berentet. Die Belastungen sind aber in meiner Ehe entstanden und sind trotz Scheidung noch immer präsent. Anfang 2015 riet mir eine Bekannte, es mit Cannabis zu versuchen. Meine Lebensqualität hat sich daraufhin massiv verbessert. Mein Selbstvertrauen stieg und ich konnte wieder besser am täglichen Leben teilnehmen. Entscheidend war aber auch die Dosierung. Die berauschende Wirkung empfinde ich eher als störend, unter Anderem auch die kurzfristige Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses, Bin dann bei einer Dosierung von 0,2 Gramm nach 20 Uhr stehen geblieben. Tagsüber benötige ich es nicht.
Seit 3 Monaten ist meine Quelle leider versiegt und seit Mitte Januar geht es mir wieder zunehmend schlechter, brauchte zum Teil täglich Lorazepam, um die unerträgliche Situation zu meistern, die Nebenwirkungen waren allerdings stärker als die Wirkung an sich. Seit einigen Tagen versuche ich es mit GABA zum Einschlafen und seit zwei Tagen mit Ashwaganda. Gebessert hat sich auch dadurch nicht viel.
Sicher ist jeder Mensch anders, aber für mich war das Cannabis ein Segen.

PS: CBD alleine reicht bei mir nicht aus.
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Martin Mainz
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Re: Cannabis und Depressionen

Beitrag von Martin Mainz »

Hallo MontyP67 und willkommen im Forum.

Tut mir leid, daß es Dir so schlecht geht. Bist Du in ärztlicher Behandlung und hast Du Deinen Arzt/Ärztin schon mal darauf angesprochen?

Gruß, Martin
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THC-McGyver
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Re: Cannabis und Depressionen

Beitrag von THC-McGyver »

Hallo Leute!

Leide seit 1995 an Starken Depressionen mit den dazu gehörigen Begleit Erscheinungen.
Persönlich Forsche ich seit 21 Jahren unbewusst und 10 Jahre Bewusst wie sich der Konsum auf Diverse Lebenssituationen auswirkt (kann).
Dabei sind mir in dieser Zeit einige Details näher ins Auge Gestochen.
Wie z.B. Lebensphasen: Ausbildung,Beruf,Eltern,Familie mit Kinder.
An sich ist das Leben mit einer Schweren Depression eh nicht leicht zu Händel, es sei den
man Bedient sich der Rezeptpflichtigen Anti-Depressiva in Form von Tabletten od. Tropfen.
Sobald man die Dossierung mit den Medikamenten hin bekommen hatte lief es Gut.
Bis ich Magenbeschwerden bekommen habe und meine Nahrungsaufnahme in Regelrechten
Verwahllossungszuständen gekommen sind Aufgrund Appetitlosigkeit.

Also Zurück zur Natur,kein Frage.
Wär der Meinung ist das er Depressionen mit Cannabis Heilen oder Lindern könnte liegt in meinen
Augen Falsch. (Richtig dazu Später)

Begründung: Aufgrund der Schwankenden Qualität auf dem Schwarzmarkt sowie der Sorten lässt sich
keine Dauerhafte Einstellung im Alltag herbeirufen.

Begründung 2: Selbst der einfach Indoor Anbau erlaubt es nicht (Schwarzmarkt technisch) Konstant
zu Produzieren. Das liegt aber daran das Normal Konsumierende Leute auch mal was anderes Wünschen.

Begründung 3: Leider ist mir sehr Stark Aufgefallen (Mikroskop), das viele Indoor Gärtner immer noch
zuwenig Ahnung von Diversen Reifegrade der Pflanzen haben.
So Passiert es immer öfters das Pflanzen zu Früh Geerntet werden und somit eigentlich unbrauchbar
sind um Konstante Ergebnisse zu Erwarten. Auch führen Geruchs Rückstände (Geschmack) immer wieder
der Annahme das es mit der Düngung bzw. Auswaschen der Wurzeln nicht so genau gehandhabt wird.


Seit ein paar Jahren ist es einem Freund Gelungen Konstant mit Mutterpflanzen und klonen einer Sativa-
Sorte die gleichen Wert, Sprich THC und CBD sind immer im gleichem Rahmen zu Züchten.
Der Anbau ist Privat und unter Laborbedingungen eingerichtet, somit wird eine Züchtungs Reinheit
Garantiert.

Seit 2013 Habe ich nur noch Vereinzelte Auftretenden Depressionen die meinen oben Angegebenen
Lebensphasen Entspringen aber zu Händeln sind.
Unter anderem ist es uns Gelungen diese Sativa-Sorte so zu Ernten, das man Tagsüber noch seinem
Gewohnten Alltag Geschafft bekommt und Abends sich auch Richtig Entspannen kann (Schlafen).
Das ist nur möglich bei unterschiedlichen Ernte Zeitpunkten. High oder Stoned.

Medizinisches Gras Braucht gute Gärtner und keine Labor Futzis.
Bin gerne an Eigen Erfahrungen Interessiert.

MfG
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Martin Mainz
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Re: Cannabis und Depressionen

Beitrag von Martin Mainz »

Hallo THC-McGyver und Willkommen im Forum!
THC-McGyver hat geschrieben:Seit ein paar Jahren ist es einem Freund Gelungen Konstant mit Mutterpflanzen und klonen einer Sativa-Sorte die gleichen Wert, Sprich THC und CBD sind immer im gleichem Rahmen zu Züchten. Der Anbau ist Privat und unter Laborbedingungen eingerichtet, somit wird eine Züchtungs Reinheit Garantiert.
Bei der Diskussion möchte ich konkrete Straftatbestände, wie das Growen in Deutschland, hier bitte nicht besprochen sehen.

Aus den Forumsregeln: "Für Debatten rund ums Growen etc. gibt es eigene Foren."

Ansonsten können Erfahrungen um medizinische Anwendung hier gerne besprochen werden.

Viel Spaß weiterhin und hanfige Grüße,
Martin
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THC-McGyver
Beiträge: 3
Registriert: Sa 25. Feb 2017, 19:20
Wohnort: RLP

Re: Cannabis und Depressionen

Beitrag von THC-McGyver »

Serwus!

Sry, Martin :oops:

Wollte die Story nicht zu lange Schreiben,
Nachtrag: Straftatbestände liegen keine zugrunde weil dieses Experiment in Spanien Statt gefunden hat.
Durch die Social Cannabis Club Bewegung war dieses möglich gewesen.
Das Experiment wurde Mitte 2016 beendet.
Leider keine Öffentlich Studie. Also Nicht Verwendbar.

Von dieser Erfahrung Profitiere ich bis Heute ;)

MfG
Andu
Beiträge: 2
Registriert: Fr 17. Mär 2017, 14:17

Re: Cannabis und Depressionen

Beitrag von Andu »

Cannabis wirkt, wie Antidepressiva, nicht nur auf das Serotonin-System sondern auch auf das Endocannabinoid-System und auf die Neurogenese. Aufgrund der stark verzögerten Wirkung von Antidepressiva (Serotoninspiegel steigt nach 15 min - 3 Stunden nach Einnahme bereits an, Wirkung tritt erst Wochen später ein) wird auch die Ansicht diskutiert ob letztlich Antidepressiva nicht über das Serotonin-System direkt wirken sondern ihre Wirkung indirekt durch ihren Einfluss auf das Endocannabinoid-System bzw. ihrer Wirkung auf die Neurogenese bei langer Einnahme entfalten. Siehe z.B. hier:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3648779/

Unterstützt wird die Endocannabinoid-System Hypothese unter anderem auch durch Post mortem Studien an Menschen:
Post mortem and other studies report EC system abnormalities in depression, schizophrenia and suicide. Abnormalities in the cannabinoid-1 receptor (CNR1) gene that codes for cannabinoid-1 (CB1) receptors are reported in psychiatric disorders. However, efficacy trials of cannabinoids in psychiatric disorders are limited but offer some encouragement.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21916860




Edit: Hallo Essener, auch wenn dein Eingangspost schon etwas älter ist möchte ich gern darauf antworten:
Essener hat geschrieben: - Zum einen, wie kommt man darauf, daß dem so sei ?
- Seid Ihr eventuell selbst betroffen ?
- Wisst Ihr überhaupt, was wirklich ernstzunehmende Depressionen sind ?
- Wisst Ihr überhaupt, inwiefern sie sich äußern ?
- Wenn ja, habt Ihr Euch diese Diagnose auch mal ärztlich absegnen lassen ?
- Wenn ja, bekommt Ihr Medikamente, sprich Antidepressiva gegen Eure Beschwerden ?
- Wenn ja, wisst Ihr, was ein Antidepressivum, im Gegensatz zum Cannabis, im Gehirn bewirkt ?
- Wenn ja, warum seid Ihr dann der Meinung, Cannabis wäre ein guter Ersatz für Antidepressiva ?
- Ich persönlich kam darauf zufällig als ich angefangen habe es (zum reinen Vergnügen) zu rauchen. Meine negativen Gedanken und die Hoffnungslosigkeit sind damit größtenteils weg und ich kann negative Gedankenspiralen leicht unterbrechen. Die Antriebslosigkeit hat sich leicht gebessert und ich habe erheblich mehr Appetit.

- Ja.

- Ja weiss ich, habe ich seit nunmehr über 8 Jahren diagnostiziert, ein kleiner Auszug:
rezidivierende Depressive Episoden mittleren Grades ( momentan 4. Epsiode)
Dysthymie (also eine Doppeldepression)
und dazu noch eine ängstlich-vermeidende und histrionische Persönlichkeitsakzentuierung

- Ja.

- Ja. Diese Diagnosen habe ich nicht selbst gestellt sondern diverse Psychologen/Psychotherapeuten in 2 stationären Klinikaufenthalten.

- Ja Citalopram (glaube ich, weiß es nicht mehr sicher), musste ich absetzen wegen dadurch ausgelösten Herzrhytmusstörungen. Ich habe auch schon persönlich, anfang diesen Jahres, Johanniskraut ausprobiert. Ja richtiges. Aus der Apotheke, auf Rezept, 900 mg. Hat mich sehr aggressiv gemacht und wurde daher wieder abgesetzt. Nein ich habe während dessen und 2 Wochen davor nichts anderes eingenommen.

- Eingeschränkt, eben nur insoweit dazu wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen. Leider ist noch nicht sicher/bekannt warum Antidepressiva wirken. Das es am Serotoninsystem allein liegt (wie oft in der Werbung für SSRIs und von Ärzten behauptet) kann beispielsweise auch empirisch ausgeschlossen werden, siehe Tianeptin, ein Serotonin-Wiederaufnahmeverstärker der vergleichbar gut wie trizyklische Antidepressiva wirkt. Das Antidepressiva überhaupt wirken ist ebenfalls wissenschaftlich umstritten, siehe z.B.:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4172306/

http://journals.plos.org/plosmedicine/a ... ed.0050045

- Auf der einen Seite weil mit Antidepressiva schwere Nebenwirkungen einhergehen, beispielsweise sexuelle Dysfunktionen die je nach Antidepressivum bei bis zu 73% der Patienten auftretten (bei einem steigt dieser Wert sogar auf 93%) und auch nach Ende der Behandlung weiter bestehen bleiben können:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3108697/

Eine weitere äußerst negative Nebenwirkung ist das erhöhte Risiko eines Suizids, beispielsweise bei SSRIs:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26410011

Zudem sind noch weitere Nebenwirkungen bekannt, wenn du auf Englisch googelst findest du dazu noch einige weitere wissenschaftliche Arbeiten, auf Deutsch ist das Angebot leider äußerst begrenzt.
Auf der anderen Seite gibt es mehrere Studien die auf Schäden durch eine langfristige Behandlung mit Antidepressiva hinweisen, darunter beispielsweise schwere, behandlungsresistente Depressionen (tardive dysphoria) und Typ 2 Diabetes:
http://static1.1.sqspcdn.com/static/f/1 ... rmol0EA%3D

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24502860

Natürlich gibt es auch bei Cannabis Langzeitschäden und Nebenwirkungen, keine Frage. Die Lunge (je nach Art des Konsums), das Herz. Aber ich persönlich ziehe ein Medikament vor dessen Nebenwirkungen ich kenne und die ich ohne größere Einschränkungen akzeptieren kann.

Edit2/3: Typo
Fraagender

Re: Cannabis und Depressionen

Beitrag von Fraagender »

Soweit mir bekannt, gibt es keine großen Gefahren für die Lunge solange man pur - also ohne Tabak - raucht.

Es hat sich gezeigt, dass Cannabis-pur-Raucher ein geringeres Lungenkrebsrisiko haben als Nicht-Konsumenten.
Pieter
Beiträge: 1
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Re: Cannabis und Depressionen

Beitrag von Pieter »

Guten Abend. Mein Name ist Pieter und ich bin 19 jahre alt. Mit 15 bekam ich die Diagnose leichte-Mittelschwere Depression und Persönlichkeitstörung. Ja sie wurde durch damalige umstände ausgelöst Probleme durch Schule/Umfeld usw. Als ich zum Arzt ging und mir die diagnose gab sagte er ich sollte einfach mehr mit meiner Familie unternehmen und regelmäßig zum therapeuten gehen. Ich habe eine veranlagung für diese Krankheit sie wurdw mir vererbt so der Arzt dazu meine Mutter leidet an Depressionen und meine Ur-Oma hatte es auch. Ich hatte die typischen symptome: Schlaflosigkeit, Erschöpfung, 0 Selbstvertrauen, Antriebslos,Appetitlos und das was eigentlich am schlimmsten ist und einen am meisten fertig macht die Gedanken die angst und die Panik man ist manchmal so gefangen in den Gedanken und fühlt sich leer und denkt das man nie wieder glücklich wird und das in einen so einen jungen Alter. Dann kam auch ein Klinikaufenthalt der mir aber nichts gebracht hat ich wurde dort noch unglücklicher und wollte einfach nur weg da Antidepressiva haben sehr starke nebenwirkungen und gefallen mir garnicht. So mit 17 kam denn der Kontakt mit Cannabis es fühlte sich gut an ich konnte keinen einzigen negativen Gedanken mehr zusammenfassen und war einfach glücklich und entspannt und musste nur lachen hab gegesen wie noch nie und geschlafen wie ein Engel. Erst war es ab un zu denn wurde der Konsum zu jeden Tag 2 jahre und es hat sich einiges verändert ich wurde extrem selbstbewussr manchmal sogar schon eingebildet ;) :D hab zugenommen und mir ging es einfach gut auch wie andere immer sagen wenn du kiffst wenn es dir schlecht geht wird es dir noch schlechter gehen kann ich garnicht sagen ich hatte auch noch nie etwas negatives im konsum egal wie traurig ich bin und in den Gedanken gefangen sobald ich rauche ging es mir gut und alles wurde leichter ich geh sehr gerne raus unternehm was und bin eig den ganzen tag immer unterwegs seitdem ich rauch früher saß ich viel zuhause manchmal tage lang im bett weil ich einfach die zeit verschlafen wollte und draußen eh alles traurig war. Allerdings habe ich das Gefühl es hat sich eine kleine Abhängigkeit entwickelt ich höre derzeit sogar etwas auf jedenfalls nich mehr jeden tag und ja ohne gehts mir wieder schlecht ich kann auch nich schlafen und nehm schlaftabletten ich kann es mir nicht wirklich erlauben jeden Tag zu kiffen ich habe eine Freundin die es nich toll fand das ich jeden tag gekifft habe und wenn ich bei ihr war nicj mal mit ihr zusammen einschlafen konnte es ist nicht so das sie es hasst oder so sie raucht auch aber eher gelegentlich und selten. Jedenfalls ging es nicht so dazu kommt das ich jedesmal mein Führerschein aufs Spiel setze bisher bin ich zwar nie bekifft auto gefahren (zumindest nur in ausnahmefällen und denn war die wirkung mindestens schon weg) ja aber selbst wenn man am abend ein rauch und nächsten Tag angehalten wird kann der Test ja positiv sein. Und ich hatte eine Kontrolle mein letzter konsum war ca. 21h her ich war von meiner freundin auf dem weg zum kumpel und wurde raus gezogen sie hatten einen alkohol test gemacht der negativ war( trinke nicht gern alkohol wenn nur ganz selten) so dann kam der speicheltest der zum Glück negativ war. Aber es hat mir zu denken gegeben beim nächsten mal könnte er positiv sein und denn is alles verloren dazu kommt auch das ich mir den konsum mit meinen lehrlingsgehalt nich leisten konnte und Geldprobleme bekam. Ja ich war auch als ich jeden Tag gekifft hab trotzdem jeden Tag arbeiten antriebslosigkeit war weg dadurch auch wenn ich während der arbeitszeit nie bekifft war sondern erst nach feierabend. Dazu muss ich sagen ich habe NIE auf Sorte oder sonstiges geachtet immer vom Dealer und nie gewusst was ich bekomme obwohl die Qualität immer gut war. Dennoch war die wirkung immer gleich und unterschiede zwischen indica und sativa konnte ich leider nie feststellen es hat immer gleich gewirkt. Und ich habe viel viel viel verschidene Sorten geraucht wusste halt nur nie was für welche nur selten. So also aus eigener erfahrung kann ich sagen das mir Cannabis die psysischen Probleme erleichtert hat mein leben besser gestaltet auf der einen Seite. Aber der tägliche konsum nicht möglich ist bei mir zumindest. Deswegen ist es für mich zwar ein Heilmittel aber nicht für die ganze Zeit. Lg. Pieter bin neu hier
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Martin Mainz
Board-Administration
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Re: Cannabis und Depressionen

Beitrag von Martin Mainz »

Hallo Pieter und Willkommen im Forum!

Deine Wall of Text ist etwas anstrengend, aber trotzdem Danke für Deine Erfahrungsgeschichte. Hast Du mal mit Deinem Arzt über Cannabis geredet und vielleicht über die Möglichkeit, mehr in Richtung CBD-haltige Medilkation zu gehen, um den Rausch zu vermeiden und durch ärtzliche Verschrebung vielleicht auch das Problem mit dem Führerschein in den Griff zu bekommen?

Wird in Deinem Alter wahrscheinlich schwierig, aber fragen schadet nicht.

Grüße, Martin
Ehrenamtlicher Foren-Putzer

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Nik94
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Registriert: Mi 3. Mai 2017, 22:52

AD(H)S, Depressionen, usw. Patienten

Beitrag von Nik94 »

Hallo Zusammen,

ich würde mich gerne hier mit anderen, die unter AD(H)S, Depressionen, usw. leiden und eine ärztliche Verschreibung / Kostenübernahme anstreben, austauschen.

Wenn wir unsere Erfahrungen teilen würden die Chancen jedes Einzelnen steigen.

Mein HA klärt momentan die rechtlichen Aspekte ab und informiert sich über Cannabis als Medizin - er ist also sehr aufgeschlossen und ich gehe davon aus, dass er mit mir diesen Weg gehen wird.

Weiss jemand inwiefern die KK mit diesen mind. 2 Krankheitsbildern umgeht ?

Wieviele Medikamente sollte man mindestens durchhaben (jeweils für AD(H)S / Depressionen), sodass die Chancen steigen ? Ich persönlich habe schon einige Medikamente gegen Depressionen und 2 "gegen" AD(H)S im Erwachsenenalter durch.

Ich meine, einige Nebenwirkungen von Medikinet machen mich ja noch kränker und können ja durchaus viel mehr Kosten für die KK erzeugen als die Kosten einer Cannabistherapie (die bei mir sicherlich nicht soo teuer wäre da ich sehr sensibel auf viele Medikamente reagiere).

z.B. wurde ich durch Medikinet zum realtiv starken Raucher um den "Druck" der entsteht zu mindern usw.

Wäre sehr dankbar wenn wir hier was auf die Beine stellen könnten.
DanielZappel
Beiträge: 313
Registriert: Mi 26. Apr 2017, 14:26

Re: AD(H)S, Depressionen, usw. Patienten

Beitrag von DanielZappel »

Also ich bin heute beim Doc, sollte es die DAK geschafft haben, endlich die Ablehnung zu schicken.

Da wir dann den Widerspruch (die medizinische Seite) schreiben, kann ich fragen, ob ich eine Kopie bekomme und anonymisiert hier rein stellen.

Du musst dich aber, je nach Gutachter, aber auf evtl. Monate einstellen.
So wie zunächst im DHV berichtet wurde, ist es leider nicht. Sogar Leute mit Ausnahmegenehmigung sind plötzlich "gesund". Aus Sicht der DAK zumindest.

Ansonsten gibt es nicht " den" Weg. Hier im Forum sind Beispiele. Einfach mal lesen ;)
Die KK entscheidet, solltest du nicht im sterben liegen, vollkommen willkürlich.
Bei meinem Psych wurde X-mal der selbe Antrag gestellt. Alles depressive AD(H)Sler.
Davon gingen ein paar sofort durch (TK), ein paar nach Beurteilung des MDK (AOK), und rund die Hälfte wurde abgelehnt.
Die DAK lehnt hier (Raum Heidelberg) wohl Grundsätzlich ab.
Und ich komme vom Facharzt.
Die DAK kann die Behandlung nur bei Krebspatienten mit starken Schmerzen übernehmen (leider,leider...)

Sie entscheiden da eher mit dem Würfel, statt mit gesundem Menschenverstand.
(1-5=nö 6=widerspruch. Wenn er genau auf der Ecke stehen bleibt, gehts durch)

Mein Arzt sagt, nach Widerspruch geht es durch.
Dann, weil ich jetzt nen echten Hass auf die DAK-Bande habe, werd ich direkt den Vapomed beantragen.
Die sollen bluten !

Bin gefragt worden, ob ich den Namen nenne.
Werde ich nicht tun. Er nimmt erst 2018 neue Patienten.
Auch jetzt ist die Wartezeit schon bei einer Stunde minimum.
Bester Arzt, den ich jemals hatte. Das versaut man sich nicht, sorry. Ohne ihn wäre ich längst tot. Ernsthaft.
littleganja

Re: AD(H)S, Depressionen, usw. Patienten

Beitrag von littleganja »

Im Widerspruchverfahren die Einstweilige Anordnung nutzen!

http://www.hanfverband-forum.de/viewtop ... =22&t=7152
TBO
Beiträge: 9
Registriert: Sa 4. Mär 2017, 17:57

Re: AD(H)S, Depressionen, usw. Patienten

Beitrag von TBO »

Hier gibts einen Bericht von meinem heutigen Arztbesuch in München:
viewtopic.php?f=22&t=7127&p=41203#p41203
Arabidopsis
Beiträge: 2
Registriert: Mo 15. Mai 2017, 12:36

Re: AD(H)S, Depressionen, usw. Patienten

Beitrag von Arabidopsis »

Moin,

die Idee eines Austauschs klingt sehr gut, habe nun schon lange nach einer
Möglichkeit gesucht und bin jetzt hier fündig geworden.

Ich würde mich gerne mit anderen Betroffenen unterhalten, am liebsten aber nicht in einem
öffentlich zugänglichen Forum.

Die Arztsuche ist deshalb so schwierig für mich, weil ich Probleme damit habe,
vielen verschiedenen Ärzten meine Geschichte zu erzählen, jedes Mal aufs Neue.
Und ich bin nicht sehr zuversichtlich, da ich eine wenig umfangreiche ärztliche Vorgeschichte habe.
Durch familiäre Umstände habe ich den Behandlungsverlauf bei einem relativ ähnlichen Krankheitsbild
aus der 1. Reihe miterleben "dürfen". Dadurch habe ich dann selbst nur 2 verschiedene Medikamente
ausprobiert. Wegen den Nebenwirkungen habe ich die Behandlung nach wenigen Wochen abgebrochen.

Daher stehe ich momentan vor der Tatsache, dass die Erfolgsaussichten ziemlich winzig sind.
Und dem gegenüber stände ein gewaltiger (psychischer) Energieaufwand.

Als stiller Mitleser bekomme ich in den Foren für med. Cannabis nur Gründe für weitere Resignation.

Ich suche gerade nach einem Arzt im Raum Bremen/Niedersachsen/Hamburg....
Durch Studium, Nebenjobs und Ehrenamt bin ich aber zeitlich absolut unflexibel für weite Reisen
zu wöchentlichen Gesprächsterminen, daher muss der Arzt im Umkreis von Bremen sein.

Mal ganz von der direkten Arztsuche abgesehen würde ich mich gerne mal mit anderen austauschen.
Das würde ich gerne ausprobieren. Und bestimmt gibt es noch Andere mit diesem Bedürfnis. Mal schauen.

Grüße und viel Erfolg
Nik94
Beiträge: 42
Registriert: Mi 3. Mai 2017, 22:52

Re: AD(H)S, Depressionen, usw. Patienten

Beitrag von Nik94 »

Hei,

vielen Dank für eure Antworten !

@Arabidopsis hast du schon die GMAP mit den Ärzten gesehen, die aufgeschlossen gegenüber einer Cannabistherapie stehen ? Wenn nicht, schau mal in YT oder ich schick dir den Link per PN.

Ja, das mit den öffentlichen Foren ist so eine Sache. Hinter den Usernames kann sich ja aber rein theoretisch jeder "verstecken" und somit kann kein externer Rückschlüsse ziehen wer du bist, mach dir kein Kopf also.
Aber wenn du eine Idee hättest, wo wir Betroffene abseits der öffentlichen Foren uns austauschen können, gerne.
Ich glaube, dass das uns sehr viel helfen wird.

Du sprichst mir aus der Seele. Ich kenne das, es ist ermüdend immer wieder die Geschichte erzählen zu müssen.
Ich vergesse immer wieder wichtige Details, etc. zu nennen und die Tatsache, dass es teilweise sehr persönliche Sachen sind, die einem nicht leichtfallen zu erörtern, macht die Sache noch unnötig komplizierter.

Hast du es mal bei deinem HA versucht ? Ich habe Anfang diesen Jahres einen Arzt (Psychiater, bei dem ich seit über einem Jahr in Behandlung bin) gefragt wie es mit einer Cannabistherapie aussehen würde. Dieser verneinte sofort. Komischerweise hat er mir aber (und noch immer) Medikinet Adult Retard ohne saubere Diagnose verschrieben (habe eine, wie ich gestern erst herausgefunden habe, vor 8 Jahren bekommen. Dies wusste/weiß er allerdings nicht).
Mein HA hingegen ist der Sache anscheinend sehr aufgeschlossen, obwohl er auch nicht mehr der Jüngste ist und in einem Dorf seine Praxis hat (er informiert sich gerade und ich gehe davon aus, dass er mir das verschreiben wird). Wenn du einen HA hast, der dir vertraut und umgekehrt und deine Leidensgeschichte kennt und langegenug verfolgt, denke ich, dass du dort gute Chancen hast, vorausgesetzt er ist nicht zu engstirnig was Cannabis angeht.

Schon krass wie Ärzte mit der Chemiekeule (und BTM!!) um sich werfen können ohne saubere Diagnose (bzw. nichts von einer bestehenden wissen) aber bei Cannabis die Luken dicht machen.

Ja die Medikamente sind teilweise schon krass. Wenn ich das Zeug nehme bin ich ein anderer Mensch, kein Bock auf Menschen usw.
Aber da es ja nicht so viele zugelassene Medikament für AD(H)S gibt müssten doch wenigstens die Chancen gut stehen, dass die Kassen dies übernehmen, oder ?

Wie gesagt, wenn du eine Idee hast wo wir Betroffene uns ungestört austauschen könnten (auch was Komorbiditäten, etc. betrifft), würde ich das sehr begrüßen. Teile auch gerne meine Erfahrungen, usw.

Grüße
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Martin Mainz
Board-Administration
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Registriert: Di 22. Mär 2016, 18:39

Re: AD(H)S, Depressionen, usw. Patienten

Beitrag von Martin Mainz »

Hallo Arabidopsis und willkommen im Forum!

Vielleicht findest Du ja hier schon jemand: https://www.google.com/maps/d/edit?mid= ... 000005&z=5, vielleicht ist da ja was passendes für Dich dabei. Das ist die Karte, von der Nik94 sprach.

Für Bremen gibts aktuell nicht viel im Forum, aber schau doch auf jeden Fal mal rein: viewforum.php?f=35

Gruss, Martin
Ehrenamtlicher Foren-Putzer

Wenn ich einen Fehler gemacht habe, bitte einfach eine PN an mich :mrgreen:
Bitte seid nett zueinander - die Welt da draußen ist schlimm genug
Arabidopsis
Beiträge: 2
Registriert: Mo 15. Mai 2017, 12:36

Re: AD(H)S, Depressionen, usw. Patienten

Beitrag von Arabidopsis »

Erstmal vielen Dank für die Willkommensgrüße! :)
Und danke für den Link zur Karte! Leider sind die nächsten Ärzte gerade noch so an der Grenze des Gültigkeitsbereichs meines Semestertickets. Regelmäßige Termine in der Woche werden schwierig.

Durch 2 Umzüge in den letzten Jahren und (leider, glücklicherweise) beste körperliche Gesundheit habe ich keinen festen Hausarzt. Die letzten beiden, bei denen ich hier war, hätten dafür bestimmt noch am wenigsten Verständnis gehabt.
Daher frage ich mich auch, wie man am besten einen neuen Arzt auf das Thema anspricht.
Wie viele Sitzungen nötig sind...

Es stimmt schon, dass man sich hier anonym zum Thema äußern kann.
Finde es auch fragwürdig genug, dass psychische Erkrankungen bis heute noch nicht ins "sachliche Verständnis" der Masse vorgedrungen sind. Es ist für mich eben immernoch der schlechte Beigeschmack dabei. Obwohl es ja genug Foren gibt, in denen noch pikantere Themen diskutiert werden...

Als erstes würde mir eine Skype-Gruppe einfallen. (Jetzt nicht zum Video-chatten) habe damit generell immer gute Erfahrungen gemacht. Im Zweifelsfall Teamspeak, auch zum reinen Schreiben. WhatsApp wäre auch noch eine Möglichkeit, soll aber kostenpflichtig werden und ist wie Facebook zumindest in meinem näheren Umkreis wenig beliebt.
Treffen sind ja immer eine schwierige Angelegenheit, denke ich.
Beim Selbsthilfenetzwerk für Cannabis als Medizin gab es auch keine Gruppe in erreichbarer Nähe.
Bin natürlich für Vorschläge offen.

Es macht mich so wütend, wie leichtfertig nicht nur mir nach einem einzigen Gespräch Psychopharmaka verschrieben wurden, die sogar nach Packungsbeilage für Personen meines damaligen Alters "höchst risikoreich" sein sollten.
Ohne begleitende Behandlung oder vorherige Untersuchungen.

Aber es freut mich sehr, dass du einen guten HA gefunden hast! :)

Viele Grüße
baraka2007
Beiträge: 1
Registriert: Fr 19. Mai 2017, 17:37

Re: AD(H)S, Depressionen, usw. Patienten

Beitrag von baraka2007 »

Hi Leute
Also mal Kurz ich bin seit 6 Jahren schwer Depressiv. Kiffen mach ich jetzt über 1 Jahr.
So gut so weit hab gedacht hör mal Kiffen auf und der Arzt kamm wieder mit Depri Pillen. Aber ne die bringen bei mir alle 0 eher das Gegenteil. Suidalle Gedanken. Gestern hat ich die Nase voll. Also ab was besorgt.

Ich rauche Abends zum runter kommen. Und siehe da mir gehts schon wieder besser. Kann schlafen hab morgens Antrieb.

Ich ab zum, Arzt dem das erklärt ich nehm keine Medis mehr hab so viele durch. Und helfen tun die nie wirklich.

Die Ausreden sind geil mein anderer Arzt ist dagegen das gibts nur auf Endstatium Depression und die wollen ja auch keine Medis die ne menge nebenwirkungen haben. Es gibt kein Endstadium lol naja egal der neue wollt mir andere Medis geben. Hab ich heute nein gesagt hab gesagt kann ich nicht gebrauchen will struktur und nicht durchhängen und immer wieder durchhängen.

Der meinte für schwer kranke wie krebs. Ich hab dem erklärt nene auch auf Depresionen. Ja ne davon hab ich keine Ahnung fertig.

Und mal erlich 4million Menschen in Deutschland grob nehmen depri pillen die bei den meisten falsch wirken.

Und die sitzen da und sagen nö obwohl es viele die ich auch kenn gegen die depressionen nehmen statt den scheiss pillen. Das versteh ich nicht lieber mit Pillen experementieren. Statt das zu verschreiben was einem hilft.

Mal abgesehen das es so illigal ist. Den druck könnten die einem auch nehmen. Denk manchmal schon ja das intressiert die nicht wenn ich dem polizisten sag ich nehm das für Depresionen aber will mir ja keiner verschreiben.

Ich seh das auch als fast unmöglich ist einen zu finden der das unterstüzt.

Sorry falls viele fehler drinn sind. Auf dem Handy ist das so viel zu lesen :)
Nik94
Beiträge: 42
Registriert: Mi 3. Mai 2017, 22:52

Re: AD(H)S, Depressionen, usw. Patienten

Beitrag von Nik94 »

Hei Arabidopsis,

sorry, dass ich mich jetzt erst melde. Hatte bezüglich meines Studiums viel zu tun.

zu deiner Frage, wie viele Sitzungen bei einem neuen Arzt nötig sind und wie man ihn am besten darauf anspricht:
Denke pauschal kann man das nicht sagen wo hier die Untergrenze liegt bzw. ob es diese überhaupt gibt.
Grundsätzlich würde ich behaupten: Mehr Termine beim richtigen Arzt --> steigendes Vertrauen & Kenntnisse über deine Krankheitsgeschichte --> höhere Chancen (wenn der Arzt natürlich nicht engstirnig ist).
Du kannst natürlich auch eine andere Schiene fahren und schon sehr gut vorbereitet zu deinem neuen Doc gehen.
Sprich nimm alles mit, was deine Krankheitsgeschichte belegt. Schreibe dir evtl. vorab schon auf was für Medikamente du genommen hast und die entsprechenden Nebenwirkungen. Oftmals fällt einem nicht alles ein bei einem Arzttermin.

Ich würde beim (evtl. schon 1.) Termin dann erstmal über die Krankheit & Symptome generell reden und deine Krankheitsgeschichte mit den wichtigsten Eckpunkten und Symptome darstellen.

Beginne dann das Thema auf eine Cannabistherapie zu lenken. Ich persönlich würde direkt mit offenen Karten spielen.
Wieso ? Erstmal viele Termine so zu "verbraten" ist ärgerlich wenn sich dann herausstellt, dass der Arzt lieber auf Chemiekeulen zurückgreift. Somit musst du nur noch länger leiden und zieht deine Motivation runter.

z.B. "Ich möchte direkt mit offenen Karten spielen. Vor einiger Zeit habe ich von der Gesetzesänderung bezgl. Cannabis als Medizin mitbekommen und mich aufgrund der vielen Nebenwirkungen (usw.) meiner jetzigen Medikamente und die daraus entstehende unerträgliche Lebenssituation (v.a. Qualität) mit dieser Thematik ausgiebig beschäftigt.
Aus eigener Erfahrung (am besten du grenzt dich klar vom aktuellen Konsum ab, da m.M.n. der Arzt schnell von Sucht oder der gleichen ausgehen kann. Also sag am besten dass dies schon länger her ist, evtl. über einem Jahr) weiß ich, dass Cannabis mir sehr hilft. Nicht nur in der akuten "High"-Phase sondern auch längere Zeit danach sind meine Symptome nicht mehr merkbar....(führe hier Beispiele auf) und ich hatte das Gefühl endlich Leben zu dürfen und zu können. Da es aber illegal war bzw. ist habe ich nach ein paar Wochen regelmäßigen Konsums wieder aufgehört zu konsumieren. Außerdem wollte ich nichts riskieren, da ich noch andere Medikamente nehmen musste. Ich bin sehr vorsichtig was Medikamente (usw.) betrifft und möchte meinen Kopf nicht noch weiter kaputt machen.
In dieser Zeit aber war ich ein ganz anderer, besserer, Mensch.
Meine bisheriger Arzt wollte mir Cannabis nicht verschreiben und hat weiter auf die mit vielen Nebenwirkungen verbundenen Medikamente gesetzt.
Ich habe so keine Lebensqualität und bin deswegen zu ihnen zu kommen.
Ohne Medizinisches Cannabis müsste ich mich wahrscheinlich in geraumer Zukunft aus den genannten Gründen wieder auf den Schwarzmarkt begeben und mich, nur um ein großes Stück Lebensqualität wieder zu erlangen, strafbar machen."


So könnte eine Argumentation deinerseits aussehen.
Natürlich nur wenn es der Wahrheit entspricht, ich möchte hier niemand ohne entsprechende Krankheit motivieren.
Diesen Text kannst du ja für dich persönlich modifizieren und optimieren.

Ich habe mir nach dem Gespräch mit meinem HA das Buch von Herr Franjo Grotenhermen und Klaus Häußermann gekauft ("Cannabis: Verordnungshilfe für Ärzte") welches ich meinem HA beim nächsten Besuch vorlegen werde (welcher aber hoffentlich schon mit dem ersten Rezept enden wird). Mit solchen Unterlagen hilfst du deinem Arzt und wirkst aufgeklärter und gleichzeitig informiert.

Ja Skype wäre eine gute Möglichkeit um dort zu Chatten, kannst mir ja mal ne PM zukommen lassen.
WhatsApp, FB usw. würde ich vorerst mal verneinen bis wir Patienten uns besser kennen lernen, da wir ja teilweise in diesem Forum offen über unsere Erkrankungen reden und diese man dann zu einer konkreten Person zuordnen können würde.

Aus welcher Region ich komme usw. kann man aber trotzdem in Skype kommunizieren.

Ja da hast du recht, Chemiekeule kein Problem aber Mutter Natur dann schon. Tssss.

Würde mich freuen wenn sich hier mehr Leute mit AD(H)S, Depressionen und alles was man grob damit vergleichen kann & Komorbiditäten äußern könnten. Nur so kann man was bewegen.

Grüße
cheffe79
Beiträge: 4
Registriert: Mo 22. Mai 2017, 15:44

Re: AD(H)S, Depressionen, usw. Patienten

Beitrag von cheffe79 »

Hallo zusammen,

ich bin 37 Jahre jung, ADHS Diagnose erst letztes Jahr & Medikinet... nach 18 Jahren Cannabis! :D

Sorry, MPH funktioniert nicht bei mir... aber den "künstlichen Schwung" habe ich genutzt um mein Umfeld umzukrempeln, wann bekommt Mann denn umsonst Drogen vom Arzt und darf damit quasi offiziell durchdrehen... mit ADHS an Bord! *lach*

Mein Antrag liegt incl. Leidens-Lebensbericht, Arztberichten aus der Kindheit und meinem ungezügelten Willen nach Medizin bereits nach knapp einer Woche der Bundesopiumstelle vor!!!

Hat lange gedauert... bitte seid so stark und steht ALLE auf... ich habe es nun auch erst für meine 2 Kinder geschafft... mehr Infos von mir gibt es sehr zeitnah!

LG
Marcus
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