"Cannabis als medizinisches Produkt ist so populär wie nie. Doch wie wirkungsvoll ist Marihuana wirklich? Eine neue Mega-Studienanalyse legt nahe, dass Cannabis als Medizin nur bedingt helfen kann.
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Cannabis hat den Ruf, gegen zahlreiche Symptome zu helfen, u.a. sei es appetitanregend, entzündungshemmend und helfe gegen Spastiken. Wirklich erwiesen ist bisher aber nur wenig davon.
Ein aktueller Bericht der National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine in den USA liefert nun überraschende Erkenntnisse in Bezug auf die Wirksamkeit von Cannabis als Medizin. Laut der Untersuchung hilft es nachweislich „nur“ gegen drei Krankheitssymptome:
bei der Behandlung chronischer Schmerzen,
bei Übelkeit nach einer Chemotherapie und
gegen die Symptome bei Multipler Sklerose.
Hierfür wurden die Daten von 10.700 Studien zum Thema Cannabis analysiert, die nach 1999 publiziert wurden.
Nur eingeschränkt konnte festgestellt werden, dass Cannabis bei Schlafproblemen hilft. Auch, dass Cannabis das Krebsrisiko senke, konnte nur bedingt nachgewiesen werden.
Begrenzte oder keine Beweise konnten die Wissenschaftler im Hinblick auf die Linderung von Symptomen wie Krebs, Angst, posttraumatische Belastungsstörungen, Symptome des Tourette-Syndroms, Demenz, Depression, Reizdarm, Epilepsie, Parkinson und Schizophrenie feststellen.
Natürlich birgt der Konsum von Cannabis auch Risiken in sich. Das konnten die Wissenschaftler durch die Analyse vorhandener Daten bestätigen. So verstärke Cannabis-Konsum die Häufigkeit von Kfz-Unfällen, es verursache Atemwegserkrankungen, wie chronische Bronchitis, könne Schizophrenie und andere Psychosen fördern und ein niedriges Geburtsgewicht von Säuglingen verursachen. "
https://www.welt.de/kmpkt/article161252 ... l-ist.html