"18.11.2016...
Cannabis als Medizin reduziert Medikamentenverbrauch
In Bundesstaaten ohne legale Abgabestellen für medizinisches Cannabis (medical marijuana dispensaries) werden deutlich mehr Mittel gegen Schlafstörungen, Psychosen, Angstzustände, Übelkeit, Schmerzen, Depressionen und Krampfanfällen verschrieben, als in Bundesstaaten, in denen es solche Abgabestellen gibt. Dies geht aus der Studie von Ashley C. Bradford and W. David Bradford hervor, die unter dem Titel Medical Marijuana Laws Reduce Prescription Medication Use In Medicare Part D im Juli 2016 im Journal HealthAffairs publiziert wurde.
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In Bundesstaaten, in denen Cannabis als Medizin zugelassen ist, liegt die Prävalenz von Todesfällen durch Überdosierungen mit ärztlich verschriebenen Opioiden (Schmerzmittel) durchschnittlich um ein Viertel niedriger als in Bundesstaaten, in denen Cannabis als Medizin nicht verfügbar ist. In ihrer Studie Medical Cannabis Laws and Opioid Analgesic Overdose Mortality in the United States, 1999-2010 stellten Marcus A. Bachhuber (Center for Health Equity Research and Promotion, Philadelphia Veterans Affairs Medical Center) und Kollegen fest, dass die Todesrate durch solche Überdosierungen im ersten Jahr nach der Legalisierung von Cannabis als Medizin um 20 Prozent geringer war, als in Bundesstaaten, in denen Cannabis als Medizin nicht verfügbar ist. Drei Jahre nach der Einführung von Cannabis als Medizin lag die Rate um 24 Prozent niedriger und sechs Jahre danach sogar um 33 Prozent niedriger. Medizinisches Cannabis hat in den USA schon Tausenden von Menschen das Leben gerettet.
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Pharmabranche mobilisiert gegen Cannabis als Medizin
In Bundesstaaten mit legalen Abgabestellen für medizinisches Cannabis werden, wie bereits hier dargestellt, deutlich weniger Opioide als Schmerzmittel verschrieben, als in Bundesstaaten, in denen es keine solche Abgabestellen gibt. Dies ist von Vorteil für den Gesundheitsschutz und mindert die Behandlungskosten. Für die Aktionäre der Pharmaunternehmen, die Opioide herstellen, stellt diese Tatsache ein Problem dar, da die Rendite bei diesen Gegebenheiten kleiner wird. So ist es nicht verwunderlich, dass diese Unternehmen nicht nur zu den größten Sponsoren der Gegner von Initiativen für medizinisches Cannabis gehören, sondern auch Behörden und Medien in ihrem Sinne beeinflussen. So schreibt Lee Fang in dem Artikel Leading Anti-Marijuana Academics Are Paid By Painkiller Drug Companies, dass zahlreiche Forscher und Professoren, die vor der Legalisierung von Cannabis als Arzneimittel warnen, auf der Gehaltsliste von Unternehmen wie Purdue Pharma (Hersteller von OxyContin), Reckitt Benckiser (Hersteller von Nurofen), Alkermes (Hersteller von Zohydro), GlaxoSmithKline und Pfizer stehen."
http://blogs.taz.de/drogerie/2016/11/18 ... s-medizin/