DHV-News #165 Wieder Ungenauigkeiten in Berichterstattung

Der lange Weg von der Prohibitions bis zur Entkriminalisierung - und wie geht es weiter?
VSZ
Beiträge: 61
Registriert: Mi 25. Apr 2018, 02:30

Re: DHV-News #165 Wieder Ungenauigkeiten in Berichterstattun

Beitrag von VSZ »

Also eine Spanne von 11 bis 50% Einstellungen, das sind in der Tat nicht die "meisten Fälle".
Zumal Einstellungen, meiner subjektiven Erfahrung nach, gegen Auflagen (Geldstrafe) erfolgen. Mein subjektives Empfinden wird durch die vielen Einträge in der Repressionskategorie gestützt.

Von Straffreiheit für Konsumenten kann keine Rede sein. Leider suggeriert Georg das mit seinen Aussagen. Fatale Verkennung der Situation/Realität meines Erachtens nach.
HabAuchNeMeinung
Beiträge: 617
Registriert: So 1. Jun 2014, 02:17

Re: DHV-News #165 Wieder Ungenauigkeiten in Berichterstattun

Beitrag von HabAuchNeMeinung »

Martin Mainz hat geschrieben: ... Dazu verlangst Du (LG) die Zahlen und die stehen doch wahrscheinlich in der PKS drinne....
Ich selbst hab da auch noch nicht nachgelesen, bin hier nur der Hausmeister. Und faul.
....
Nein stehen sie nicht, denn das ist nicht Aufgabe der PKS :!:
...
Was zählt die Kriminalstatistik?
Die PKS enthält – vor allem – die Anzahl der unserer Polizei bekannt gewordenen Straftaten, einschließlich der Versuche, sowie die Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen. Sehr vereinfacht ausgedrückt: Die PKS zählt Fälle, die von der Polizei als Fälle registriert werden.
...
Wie hoch ist die Kriminalität wirklich?
Die polizeiliche Kriminalstatistik ist, wie Kriminologen zutreffend formulieren, im Wesentlichen keine Statistik über die Wirklichkeit der Kriminalität, sondern eine Statistik über die Tätigkeit der Polizei. Und daneben auch eine über die "gefühlte" (behauptete) Kriminalitätswirklichkeit. Sie ist dadurch weder falsch noch verwerflich. Ihre öffentliche Vermarktung und Bewertung ist allerdings oft bestimmt von Desinformation und politischen Strategien.
Um herauszufinden, wie die Kriminalität wirklich verläuft, müsste man zumindest auch wissen, was bei den (von der Polizei) eingeleiteten Verfahren am Ende herauskam. Das wird in der PKS mit keinem Wort und in keiner Tabelle erwähnt.
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitge ... ettansicht

HabAuchNeMeinung
littleganja

Re: DHV-News #165 Wieder Ungenauigkeiten in Berichterstattun

Beitrag von littleganja »

Sehr schöner Endsatz HabauchneMeinung

Um herauszufinden, wie die Kriminalität wirklich verläuft, müsste man zumindest auch wissen, was bei den (von der Polizei) eingeleiteten Verfahren am Ende herauskam. Das wird in der PKS mit keinem Wort und in keiner Tabelle erwähnt
HabAuchNeMeinung
Beiträge: 617
Registriert: So 1. Jun 2014, 02:17

Re: DHV-News #165 Wieder Ungenauigkeiten in Berichterstattun

Beitrag von HabAuchNeMeinung »

VSZ hat geschrieben: ...
Steigende Konsumentendelikte bei sinkenden Verurteilungen halte ich für ein Paradoxum. Du sprichst von angewandtem Recht. Nach angewandtem Recht müssten die meisten Cannabisdelikte auch vor Gericht landen. Cannabis ist nicht entkriminalisiert in Deutschland.
Wieso sollten sie das. Es gibt Gestze/Vorschriften bei denen der Staatanwalt das Verfahren einstellen kann (z.B. mangelnder Tatverdacht, u.v.m.). Warum sollte der nicht davon Gebrauch machen?
VSZ hat geschrieben: Oder aber es ist halt auf die erfolgreiche Prohibition zurück zu führen, bei der kein Konsument mit Konsequenzen rechnen muss. Eben genau das, was Frau Mortler/Union seit Jahren predigen.
???
Konsequenzen in strafrechtlicher Hinsicht hat es ja auch keine für die meisten, wenn eben eingestellt wird.
Wovon Du auch ausgehen kannst.
Daher können sie das "guten Gewissens" behaupten.
VSZ hat geschrieben: Da ich vom Strafverfahren sprach, ging es mir natürlich in erster Linie um die Führungszeugnisse. Hätte ich vielleicht besser ausschreiben sollen.
Du wirfst mir zuviele Sachen in einen Topf.
Eine Eintragung ins FZ ist wieder eine andere Baustelle, die erst bei einem Verbrechenstatbestand relevant ist.
Dies ist bei Umgang mit Cannabis zum Eigenbedarf nicht der Fall...
VSZ hat geschrieben: Habe doch gesagt, dass ich zu faul bin um hierzu eine Studie zu erstellen. Ich glaube eher weniger, dass wir hierzu empirische Daten vorliegen haben.
Natürlich kannst du das "behaupten", entspricht ja genau dem, was Frau Mortler seit Jahren erzählt.
...

Ok Du willst ein wenig auf Frau Mortler und auf die ungerechte Rechtslage schimpfen... Das sei Dir unbenommen, dann klinke ich mich hier aber aus.

Hanfiges Pfingstfest...

HabAuchNeMeinung
VSZ
Beiträge: 61
Registriert: Mi 25. Apr 2018, 02:30

Re: DHV-News #165 Wieder Ungenauigkeiten in Berichterstattun

Beitrag von VSZ »

Wieso sollten sie das. Es gibt Gestze/Vorschriften bei denen der Staatanwalt das Verfahren einstellen kann (z.B. mangelnder Tatverdacht, u.v.m.). Warum sollte der nicht davon Gebrauch machen?
Verstehe das Argument nicht so ganz. Staatsanwälte machen doch massiv Gebrauch davon?! Das streite ich doch gar nicht ab. Meist aufgrund von mangelndem öffentlichen Interesse im übrigen. Das implementiert aber nicht, dass du Straffrei da raus gehst. Viel mehr ermöglicht es der Staatsanwaltschaft, Verfahren durch Strafbefehle zu verkürzen. Diese sind, meiner Erfahrung nach, jedoch meist an Auflagen (Geldstrafe) gekoppelt.

???
Konsequenzen in strafrechtlicher Hinsicht hat es ja auch keine für die meisten, wenn eben eingestellt wird.
Wovon Du auch ausgehen kannst.
Daher können sie das "guten Gewissens" behaupten.
Doch doch, natürlich. Viele sind sich nicht darüber im Klaren, dass sie ab 90 Tagessätzen einen Eintrag im Führungszeugnis erhalten und somit als Vorbestraft gelten. Ein Strafbefehl ist keine "Kauf-dich-frei"-Karte.
Es soll dir bei Einsichtigkeit nur ein entsprechendes Gerichtsverfahren ersparen.
Du wirfst mir zuviele Sachen in einen Topf.
Eine Eintragung ins FZ ist wieder eine andere Baustelle, die erst bei einem Verbrechenstatbestand relevant ist.
Das ist definitiv falsch. Ab dem 90 Tagessatz erfolgt der Eintrag. Soweit ich das hier im Forum mitbekomme, sind relativ viele Leute genau an dieser Grenze. Spätestens beim zweiten "erwischt werden" innerhalb von drei Jahren (da werden sie nämlich gelöscht), bist du definitiv vorbestraft. Auch wenn du wieder nur einen Strafbefehl erhälst.
Ok Du willst ein wenig auf Frau Mortler und auf die ungerechte Rechtslage schimpfen... Das sei Dir unbenommen, dann klinke ich mich hier aber aus.
Du forderst von mir fundierte Quellenangaben ohne selbige beizubringen. Das hat nichts mit der Rechtslage zu tun.
Ich habe bereits im ersten Post erörtert, dass ich nicht bereit bin mich da rein zu arbeiten. Denn ja, dass ist richtige Arbeit.

Ich kann mich nur wiederholen; Wenn die "meisten" Strafverfahren ohne Auflagen eingestellt werden würden, würde das zu 100% die Position der Union bestätigen. Die predigen das nämlich seit Jahren. Und weil das so ist, lese ich hier von Geldstrafen von 1500€ für 0,5 Gram.
Benutzeravatar
Martin Mainz
Board-Administration
Beiträge: 4667
Registriert: Di 22. Mär 2016, 18:39

Re: DHV-News #165 Wieder Ungenauigkeiten in Berichterstattun

Beitrag von Martin Mainz »

Hier gehts weiter: https://hanfverband-forum.de/viewtopic. ... 627#p60627

Hier warten wir auf Antwort und Stellungnahme vom DHV zu evt. vorhandenen Zahlen, drüben kann solange munter weiter zum Thema Umstellung auf Bußen diskutiert werden.

Mit Bitte um Verständnis für ein klein wenig Ordnung.
Ehrenamtlicher Foren-Putzer

Wenn ich einen Fehler gemacht habe, bitte einfach eine PN an mich :mrgreen:
Bitte seid nett zueinander - die Welt da draußen ist schlimm genug
Gesperrt

Zurück zu „Cannabispolitik in Deutschland & KCanG“