Aber bleiben wir bei diesem Mißverständnis und billigem dem Alkohol die dunkle Seite des Symbols zu und dem Ganja die helle Seite, dann ist es keineswegs so, dass Alkohol und Cannabis Sex miteinander haben, wenn Du Mischkonsum betreibst (MISCHEN IMPOSSIBLE). Es erinnert eher an Ehekrach, bei der sich beide Mächte durch Überkonsum behaupten mögen.
Aber eines ist klar: Cannabis ist weiblich. War es schon im Mittelalter, als Ärzte immer männlich waren. Und katholisch. Und die Katholische Kirche hat den Ärzten gesagt, was erlaubt und was verboten ist. Übrig blieb nicht viel an Behandlungsalternativen zum üblichen Schröpfen und Aderlass. Heilerinnen, später auch als Hexen diffamiert, kriminilasiert und eliminiert, vertrauten auf Mutter Natur und ihren Heilgeschenken. Allen voran die weiblichen Blüten der Cannabis Sativa wurden reichlich gegeben. Auch entbindende Frauen bekamen von den Heilerinnen Cannabiskraut zur Linderung der Geburtswehen. Als der mittelalterliche Ärzteverband dies der katholischen Kirche steckte, erzürnte die päpstliche Eminenz. Der Konkurrenzkampf zwischen katholisch geprägter Schulmedizin und heidnischen Aberglauben störte die katholischen Extremisten vor allem die Schmerzlinderung bei der Geburt, denn nach der damaligen katholischen Sichtweise waren Geburtsschmerz die Folgen der Erbsünde, in deren vorderster Front die Frau EVA die Hauptschuld tragen muss, während ADAM ja eher so etwas wie ein Trittbrettfahrer war. Eine Schmerzlinderung bei der Geburt sei einer Frau deshalb aus religiösen Gründen zu verweigern, sagten die Männer, die es wissen müssen.
Auch in der indischen Mythologie, die zumindest bezogen auf die Gleichberechtigung unter Göttern auf den ersten Blick etwas moderner wirkt, war es die Göttin Shiva, eine weibliche, ständig tanzende Star-Devine, verantwortlich für Zerfall und Evolution gleichzeitig. Sie gab den Menschen das heilige Ganja, um damit ihren Geist zu heilen. Vor allem denjenigen, die in Shiva vordergründig die Göttin der Zerstörung sehen und weniger die Göttin der Schöpfung und sie daher mit dem Teufel gleichsetzen. Mir stellt sich die Frage, ob es zwischen Emanzipation, Gendering und der zunehmenden Aufgabe der fundamentalistischen Ganja-Krimininalisierung ein energetischer Zusammenhang besteht? Also mal so Yin-Yang-mäßig?