Verfolgungswahn nach Hausdurchsuchung

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Psyderpig
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Verfolgungswahn nach Hausdurchsuchung

Beitrag von Psyderpig »

Hallo zusammen. Ich hoffe ich bin in der Kategorie richtig, da es sich meines erachtens um einen Repressionsfall handelt.
Also es ist so. Ich leide aktuell ziemlich stark unter Verfolgungswahn. Trau mich nicht mehr wirklich aus dem Haus, außer ich bin in Begleitung (Zeuge). War deshalb auch in Psychatrischer Behandlung und jetzt kommt die Krux. Mein "Psychologe" war davon überzeugt (und fast hätte er mich auch noch überzeugt), dass mein Verfolgungswahn von Cannabiskonsum kommt, allerdings habe ich seit ca. 2 Jahren nicht mehr konsumiert und die ersten Symptome sind so vor nem Jahr aufgetreten.
Also meines erachtens kommt mein "Wahn" eher davon, dass ich schon 2 Hausdurchsuchungen (ohne Erfolg wohlgemerkt) hinter mir hab und mich deshalb einfach nicht mehr sicher fühle. Bin deshalb auch schon 2 mal umgezogen und nehm auch beim Autofahren immer, dass Bayrische Polizeiaufgabengesetz und ein BGB mit, dass ich mich rechtlich verteidigen kann.
Und jetzt zu meiner Frage habt ihr, oder kennt ihr jemanden der durch Ärzte eingeredet bekommen hat die Beschwerden kommen vom ach so bösen Cannabis. Würde mich nämlich interressieren ob ich da ein Einzelfall bin.
Sabine
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Registriert: Fr 18. Apr 2014, 09:15

Re: Verfolgungswahn nach Hausdurchsuchung

Beitrag von Sabine »

Servus Psyderpig !

Bei der Frage, ob du ein Einzelfall bist, kann ich Dir leider nicht helfen.
Andererseits kann ich mir vorstellen, das Du keiner bist, je nachdem welcher "Schule" der Psychodoc anhängt.

Hast Du die Möglichkeit zu wechseln ? Ich weiss, es ist wohl laut diversen Berichten im Internet nicht sehr einfach , jemanden neuen zu finden, lange Wartezeiten bis zu einem halben Jahr oder mehr, sind wohl in der Branche unterdessen üblich. Und dann sollte man erst einen "Beschnupperungs"termin ausmachen. Ob die Krankenkasse dann noch so mitzieht, ist auch eine Frage. Die zicken da wohl manchmal rum.

Das es Dir Scheixxe geht, ist für mich nachvollziehbar. Schon allein eine einzige Hausdurchsuchung kann ein Trauma auslösen. Was machen da erst 2 mit einem ?!
Vor über 25 Jahren ist ein Bekannter von mir, als die Polizei an der Tür klingelte, aus dem Fenster gesprungen. Er ist dann auf den Friedhof umgezogen.....

Hast Du anstatt BGB und PaGG eine Notfallrufnummer eines Anwalts ? Ist, glaube ich, hilfreicher. Nicht das behauptet wird, Du wolltest mit der schweren Literatur auf die Polizei losgehen... ;)
Frag mal bei der "Grünen Hilfe" an : http://www.gruene-hilfe.de/

Wünsche Dir wieder mehr Selbstvertrauen und weniger Ängste, wobei die ja in unserem Staat beileibe nicht unbegründet sind

Aurora
Dopeworld
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Registriert: So 20. Jan 2013, 02:04

Re: Verfolgungswahn nach Hausdurchsuchung

Beitrag von Dopeworld »

Psyderpig hat geschrieben:Und jetzt zu meiner Frage habt ihr, oder kennt ihr jemanden der durch Ärzte eingeredet bekommen hat die Beschwerden kommen vom ach so bösen Cannabis. Würde mich nämlich interressieren ob ich da ein Einzelfall bin.
erstmal gute besserung!
ansonsten bin ich mir ziemlich sicher dass das kein einzelfall ist. allein was ich aus den medien entnehme wo "schwerst cannabisabhhängige" solange zugeschwafelt werden, bis ihnen ihr "problem" bewusst ist und dann anschliesen dazu ermutigt werden psychopharmaka zu nehmen, so ist das wohl völlig normal in diesen psychatrien.

aus meiner eigenen erfahrung kann ich sagen gings mir auch schon so. nach schweren schicksaalsschlägen im leben kam ich mal in eine schlechte psychische verfassung und in stationäre behandlung auf so ner einrichtung.
dort hat man mir natürlich nicht helfen können, bei meinen "privaten" problemen, dafür wollte man mir aber einreden nach dem ich erwähnte ab und zu cannabis zu rauchen dass alle meine probleme daherkommen würden. selbstverständlich sollte ich anfangen medikamente zu nehmen. spezielle psychpharmaka.

zum glück bin ich aufgeklärt genug und hab den dreck natürlich abgelehnt. und irgendwann durch mein soziales umfeld nachj dem ich die einrichtung verlassen hatte hat sich auch alles wieder normalisiert, so wie das eben ist bei schwierigen lebenssituationen.
hätt ich auf die quacksalber in weiß gehört würde ich wahrscheinlich heute pillen nehmen und vor mich dahinvegetieren.

wenn ich mir das anschaue wie jugendliche weil sie mal zu viel gekifft hatten dazu gedrungen werden ihr leben lang irgendwelche psychopharmaka zu nehmen mit teils unüberschaubaren nebenwirkungen, dann komme ich zum entschluss man sollte diese ärzte die bedenkenlos die leute mit irgendwelchen pillen vollstopfen einbuchten! und die politiker die das zulassen gleich mit.

da wird heutzutage jedem der ganz normale ängste hat gleich schizophrenie angedichtet und sonstige pseudo-diagnosen.

zu dem ganzen themenkomplex gibt es gute dokus. als beispiel sei nur mal der fall erwähnt von dem typen der jahrelang in psychtrien gearbeitet hst obwohl er nicht mal azt war oder ne ausbildung dafür hatte. der hat später gesagt, wenn man sich in diesen kreisen bewegt braucht man nur das kauderwelsch zu sprechen und man kann den allergrößten scheixx erzählen ohne dass es irgendjemand merkt.

ich kann allen nur empfehlen sich von ärzten die einem nur pillen verschreiben wollen fern zu halten!

BTW: thomasius ist bestimmt auch so nen wi**er. ich wette der redet den jugendlichen bei sich in behandlung gleich ein dass sie nur noch mit psychopharmakas ihr leben bewältigen können und selbstverständlich lange bei ihm in behandlung bleiben müssen und nie wieder dieses zeug hanf anfassen dürfen.

:evil:
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bushdoctor
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Re: Verfolgungswahn nach Hausdurchsuchung

Beitrag von bushdoctor »

Psyderpig hat geschrieben: Und jetzt zu meiner Frage habt ihr, oder kennt ihr jemanden der durch Ärzte eingeredet bekommen hat die Beschwerden kommen vom ach so bösen Cannabis. Würde mich nämlich interressieren ob ich da ein Einzelfall bin.
Ich kann Dich beruhigen: Du bist kein "Einzelfall"! Bei uns, den Hanffreunden Ulm, gibt es jemanden, der hat vor etwa 5 Jahren die Diagnose "Paranoide Schizophrenie" bekommen, wobei Cannabis nach Meinung der Ärzte natürlich der Auslöser war. Er sollte sich von Cannabis absolut fernhalten und bekam "die üblichen" Neuroleptika als Dauermedikamentierung.
Er selber hat die Diagnose damals geglaubt, was bleibt einem denn schon anderes übrig...?
Von Cannabis hat er sich also ferngehalten und brav die "bunten Pillen vom Onkel Doktor" geschluckt. Er konnte auch heimlich kein Cannabis mehr konsumieren, da er in einem "Psychoprogramm" war, wo regelmäßig "Drogen"-Test durchgeführt wurden.

Gegen die Depressionen hat er dann irgendwann ein SSRIverschrieben bekommen und von da an ging es für ihn derbe berab!
Vor ein paar Monaten ist er aus dem Fester gesprungen und hat das nur ganz knapp überlebt! Warum er gesprungen ist, weiß er nicht mehr. Wer sich jedoch den bei "SSRI" verlinkten Artikel durchliest, sollte eine Ahnung über das Warum bekommen...

Jedenfalls hat er nun eine neue Psychologin und die hat SOFORT die alte Diagnose "paranoide Schiziphrenie" vollständig wiederrufen... Zitat: "Wie kamen die Ärtze damals nur dazu?" Anscheinend hat diese Frau nun wirklich Ahnung. Er hat nun die Diagnose "somatoforme Störung"

Bei ihm äußert sich diese Störung in einer absolut regelmäßigen (morgentlichen) Übelkeit, bei der er sich "die Seele aus dem Leib" kotzt. Cannabis hat ihm da immer sehr gut geholten, weshalb er es ja früher konsumierte...

Jetzt kommt er sich natürlich von den Ärzten total verarscht vor, weil er deren Geschwurbel die ganzen Jahre geglaubt hatte. Er nimmt nun wieder Cannabis zu sich, um seine Übelkeitsattacken zu bekämpfen und fühlt sich seitdem wieder gut...
Psyderpig
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Re: Verfolgungswahn nach Hausdurchsuchung

Beitrag von Psyderpig »

Erstmal Danke für die Antworten. Hab ich mir irgendwie schon gedacht, dass ich da kein Einzelfall bin, aber es ist auch immer ne Bestärkung, wenn man weiß, dass man nicht allein dasteht.
Das ich für den Staat arbeite, der mich in diese Situation gebracht hat verstärkt die ganze Sache meines erachtens noch und ist auch iwie Ironisch.
Ich halte euch hier auch auf den laufenden, obs besser (wie es zurzeit ausschaut), oder wieder schlechter wird. Dankeschön.

@ Aurora: Hab auch immer eine Anwaltsnummer für den Notfall parat. Hatte auch schon in meiner zugegeben sehr paranoiden Phase, die mittlerweile nicht mehr so extrem ausgereift ist auch immer ein extra Handy, dass im Auto versteckt war, falls mein Haupthandy konfisziert wird.
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Patrick
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Re: Verfolgungswahn nach Hausdurchsuchung

Beitrag von Patrick »

Eine der dramatischsten Folgen in der Diagnostik im Kontext Prohibition, der Sündenbock Cannabis!

Es werden i.d.R. Ursachen von Symptomen die u.U. in keinem kausalem Zusammenhang stehen auf einen ggf. vorliegenden Cannabiskonsum diagnostiziert. Und somit die wirklichen Ursachen ignoriert!

Der menschliche Organismus in seiner evolutionären Entwicklung, erhielt mit unter automatisierte Verhaltensweisen darunter auch die der Selbstmedikation.

Ein Organismus spürt Defizite und versucht diese durch die (unterbewusst gesteuerte) Aufnahme bestimmter Stoffe auszugleichen, das kennt glaub ich (fast) jeder, und würden wir nicht evolutionär bedingt gezielt/intuitiv Nahrungs-, Genuss- und Heilmittel aufnehmen wären unsere Urahnen schon möglicherweise alle an akuter Intoxikation verreckt!

Was ich damit sagen will vllt. behandelt der Patient ein anderes Leiden fernab der gestellten Diagnose oder hat möglicherweise auch/und/oder ein Konsumproblem was nichts desto trotz in keinem Zusammenhang mit den eigentlichen Symptomen zu tun hat/haben muss.

Das zu der Diagnose deines Herrn „Doktors“(ist auch nur ein Titel und befähigt noch lange nicht zur Vollkommenheit und ist auch kein Garant für diese ;) ! ) !

Im Weiterem kenn ich deine Erfahrungen nur zu gut!
Es ist viel mehr die Erkenntnis der Ohnmacht als weniger die eigentliche Situation! (Das kann mit unter schwerwiegende körperliche (phys.) Folgen haben (bis hin zum Kreislaufkollaps, kenne das leider nur zu gut :( ).

Immer selbst reflektieren!


Repression durch den Staat und Fehldiagnosen von prohibitionsgepolten Diagnostikern haben mit unter weit aus schlimmere Folgen als exzessiver Substanzkonsum!

Gruß
Patrick

(PS:

Zitat "Bei ihm äußert sich diese Störung in einer absolut regelmäßigen (morgentlichen) Übelkeit, bei der er sich "die Seele aus dem Leib" kotzt. Cannabis hat ihm da immer sehr gut geholten, weshalb er es ja früher konsumierte..."

Dies bestätigt nicht nur meine Behauptungen, sondern untermauert auch noch meine Vermutungen das (Prohibition) ein derartiges Vorgehen für die Betroffenen ein weiteres Gefahrenpotential im Kontext Substanzkonsum birgt, das Einstellen der Selbstmedikation durch äußere Zwänge (wohlfühlend (und manche auch wissend) das dies Falsch ist!)!

)
... Vorsicht frisch gewischt ! ...
devilfish
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Registriert: Mi 19. Mär 2014, 13:22

Re: Verfolgungswahn nach Hausdurchsuchung

Beitrag von devilfish »

Hi,..

Du wirst mich wahrscheinlich jetzt belächeln, aber ich habe seit meinem Vorfall im Februar (Polizeikontrontrolle/Drogentest) auch schon einen leichten Verfolgungswahn. Ich fahre mittlerweile ungern Auto und wenn ich fahre kann ich mich kaum noch auf die Strasse konzentrieren, weil ich an jeder kommenden Kreuzung Polizei vermute. Das ging sogar schon so weit das ich mich vor einem Polizeiwagen versteckt habe, in der Einfahrt eines Autohauses. Oder aber ich wollte Abends zu meiner Freundin fahren, bemerkte das der rechte Scheinwerfer nicht mehr ging am Ortsausgang und da habe ich das Auto stehen gelassen und bin heim gelaufen. Was ich früher niemals gemacht hätte. Ich war echt Lebensfroh und Glücklich bis vor kurzen. Gestern beim Grillen mit Freunden musste ich mir wieder anhören was denn in letzter mit mir los sei "nur wegen dieses einen Vorfalls".. So Dinge gehen böse an die Substanz. Meine Konzentration ist weit gesunken auf der Arbeit, ich schlafe mittlerweile extrem schlecht seit Wochen, fühle mich auf der Straße total unwohl und bin weiter in mich gekehrt als ich es jemals nach ein paar Zügen an einem Joint war. Naja.. ich wollt dir eigentlich nur sagen das du mit Sicherheit nicht allein bist und ich gar nicht wissen möchte, wie hoch die Dunkelziffer in Wirklichkeit ist. Und lass um himmels Willen die finger von irgendwelchen Pillen vom Doc. Mach was mit deiner Familie und deinen Freunden. Mir hilft das immer sehr, auch das cih darüber reden/schreiben kann, bringt schon einiges.
Wir werden es erleben! Außerdem bin ich kein krimineller!
Dopeworld
Beiträge: 523
Registriert: So 20. Jan 2013, 02:04

Re: Verfolgungswahn nach Hausdurchsuchung

Beitrag von Dopeworld »

kurz OT:
solche threads wie der sollten pflichtlektüre für cdu-heinis werden, die ständig rumposaunen die konsumenten seien ja schon entkriminalisiert - höhepunkt dieser farce war letzten der cdu heini Peter Biesenbach der meinte es mache doch kaum einen unterschied ob man nun wie in portugal mit bestimmten behörden in kontakt käme oder wie hier eben mit der polizei "reden" muss. :evil:
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