Die Debatte über die Anträge der FDP, Grünen und der Linken am 22.02.2018 war durchaus "angenehm", weil die SPD endlich mal konstruktive Mitarbeit "signalisierte" (m.E. heuchelte).
Ich habe mir mal den Spaß gemacht, auszurechnen, ob bei der derzeitigen "Machtverteilung" im Bundestag überhaupt eine Chance besteht, dass die Anträge der drei Fraktionen angenommen werden.
Hoffnung macht ja die Aussage vom Maddin (Schulz), dass er "
sich für eine Bundestagsabstimmung ohne Fraktionszwang zur Zukunft des Cannabis-Verbots einsetzen" würde, falls es denn dazu käme...
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... nnabis-aus
Nunja, auf diese Aussage ist aber aus drei Gründen eher wenig bis gar nichts zu geben:
1) Martin Schulz ist bei der SPD ("Wer hat euch verraten...?").
2) Martin Schulz ist bereits mehr oder weniger "abgesetzt".
3) Der Koalitionsvertrag schreibt explizit (und grundgesetzwidrig!) Fraktionszwang vor.
...sei´s drumm!
Wie hoch sind also die theoretischen Chancen und wieviele SPD-Abgeordnete müssten im Bundestag für die Anträge stimmen?
Aktuelle Sitzverteilung bei 709 Abgeordneten:
CDU/CSU: 246
SPD: 153
AfD: 92
FDP: 80
Grüne: 67
Linke: 69
sonst: 2
Es wäre bei voller Anwesenheit 355 Stimmen nötig, um eine Mehrheit zu bekommen. Die Parteien FDP, Grüne und Linke haben zusammen nur 216 Stimmen. Es fehlen also 139 Stimmen zu einer Mehrheit (bei vollem "Plenum").
Die SPD hat 153 Abgeordnete. Davon müssten also 91% für die "Legalisierung" stimmen...
...
...ihr seht also, dass es
mehr als unwahrscheinlich ist, dass die "Legalisierung" noch in dieser sog. Legislaturperiode kommt... In der SPD sind meiner Schätzung nach maximal 50% für eine "Legalisierung" zu bekommen.
Aber:
Falls am Tag der Abstimmung die CDU/CSU nicht genügend Leute motivieren kann, an den Abstimmungen teilzunehmen und die anderen Fraktionen voll besetzt sind, dann könnte es durchaus spannend sein...
Betet also, Schwestern und Brüder, dass die Abgeordneten von der Union am Tag der Abstimmung von einem unerklärlichen Magen-Darm-Virus befallen werden, die eine Teilnahme an der Abstimmung unmöglich macht!
Meine Berechnungen ergeben, dass es nur dann mit der Legalisierung vor 2022 in der BRD klappen kann, wenn am Tag der Abstimmung darüber ziemlich genau die Hälfte der CDU/CDU unerwartet der Abstimmung fern bleibt. (immer vorausgesetzt das die Verteilung der An-/Abwesenden in den anderen Parteien homogen ist und die SPD mit 50% ihrer Abgeordneten für die "Legalisierung" stimmt )
